Overload im LEZ

Das LEZ (Ludwig Erhard Zentrum) ist ein neues Museum, das Geschichte und Wirtschaftstheorie mit modernem, ansprechenden Medieneinsatz zu vermitteln versteht. Es geht dabei immer um Ludwig Erhard aber natürlich auch immer um die Geschichte des 19. Und 20. Jahrhunderts mit z. B. den beiden großen Kriegen. 

Wir sind in das LEZ, wie ihr euch denken könnt, hauptsächlich auf der Flucht vor dem Regen gegangen und stellen geschlagene 5h später  fest, die mittlerweile angezogen Kälte ist ein sogar noch besserer Grund zur Flucht in beheizte Räumlichkeiten.

Zum Glück hat das Vereinsheim des 1. Motoryacht Clubs Nürnberg beheizte Räume, denn auch wenn das Museum perfekt gestaltet ist, wir sind im massiven overload 😉 

Die Yacht Clubs sind aktuell unsere Rettung, da am unteren Kanal Ruder- und Kanuvereine und auch Campings immer rarer werden. 

Erlangen

Den Tip für den Botanischen Garten erhalten wir, wie viele andere Tips auch, von der 1. Vorsitzenden des RV Erlangen. Der Verein beherbergt uns für zwei Nächte auf einer kleinen Lichtung im Wäldchen hinter dem schönen Bootshaus. Das Bootshaus hat eine tolle Terrasse, mit einer wirklich empfehlenswerten Gaststätte, der wir uns an beiden Abenden nicht entziehen konnten. 

Botanischer Garten
Botanischer Garten
Herzensangelegenheit

Sammeln für einen Motor

Am Kanal brechen andere Zeiten an.

Wir haben das Gefühl durch Holland zu fahren. Der Kanal ist eine Rinne ohne große Uferbewachsung, die sich schnurstracks gegen den fernen Horizont schiebt. 

Wir werden nicht mehr geschleust und müssen daher oft über Bootstreppen umsetzen. In Strullendorf gibt es zwar die Treppen, aber der Weg der sie verbindet ist mit Baumaterialien vollgestellt und zur Sicherheit sind die Zugangstore verschlossen. Die Schleuse empfiehlt, das Boot über den Bahndamm umzutragen?! Wir nehmen dafür aus Sicherheitsgründen lieber den fernen Bahnübergang. Das kostet uns inklusive Erkundung des Weges 1.5h! Sieht man auch gut in der Karte. Das ganze ist dem Schleusenwärter sehr peinlich, aber nicht zu ändern, weil halt vom Chef angewiesen, „schon allein aus versicherungstechnischen Gründen“ 😉 

Der Jugendcamping für diese Nacht sagt ca. 2h vor Ankunft ab. Die Rettung für uns ist der Yachtclub in Forchheim. Hier werden wir sehr herzlich von den Mitgliedern aufgenommen und auch in einem netten persönlichen Gespräch vom 1. Vorsitzende begrüßt. 

Auf der Suche nach Tanz in den Mai landen wir in der Funzel, wo zwar nicht getanzt wird, wo wir aber kräftig den allgemeinen Altersdurchschnitt und natürlich unseren persönlichen Alkoholpegel anheben 😉 

Aber nicht übertreiben! Morgen tritt der Yacht Club zusammen, um für einen Motor für uns zu sammeln;-) 

Bamberg

… eine Stadt zu schön um wahr zu sein, wäre da nicht der witterungsbedingte Dauermakel.

Das Bootshaus und deren warme Räume, die der Bamberger-Faltboot-Club uns großzügig zur Verfügung gestellt hat, haben den Dauerregen erträglich gemacht. Danke dafür im Besonderen an Michel und auch an die Kanujugend deren Zimmer wir zeitweise in Beschlag hatten! 

382, 383, 384, 0.0…

… huch was issn nun los. Ganz unerwartet haben wir fertig mit die Main und befinden uns bereits auf dem Main-Donau-Kanal. Aber langsam und der Reihe nach.

Was bisher geschah: Nach unserem Ruhetag in Schweinfurt hatten wir bereits einen heftigen Fahrtag mit 26km nach Haßfurt. Die Hälfte der Strecke im Regen. Da für heute ähnliches Wetter vorhergesagt war, wurden die Trockis nochmal reaktiviert. Wie sich im Laufe des Tages zeigen sollte, ein sehr weiser Entschluß. Nicht nur, dass das Wetter an diesem längsten Tag (32km und 8h reine Paddelzeit) sehr wankelmütig war und immer von Sonne zu bedeckt zu Schauer wechselte, wir hatten auch mit der letzten Schleusung auf dem Main gleichzeitig die längste (1  1/2h) unserer ganzen Reise. Warten ist ja für sich schon echt blöde, aber lange warten, in Regen, bei Kälte ist so richtig Sch…

Kaum 4km hinter der Schleuse jedenfalls besagtes Schild 0. Der Kanal unterscheidet sich nicht vom bisherigen Main. Der Main selbst mündet von rechts als Kleinfluss aus weißem und roten (= Rosé?) Main und wirkt noch deutlich kleiner. 

Zum Glück sind wir nun in Bamberg bei 3.7 Flusskilometer im Faltboot Club gut untergekommen. Die warme Dusche hat uns gerettet! 

Mal sehen, was der Kanal neues für uns bringt. 

Playboys und Models sul Meno

Schon seit Würzburg wissen wir von dieser Ausstellung in Schweinfurt. Der Ruhetag hier war daher schon lange geplant, in der Hauptsache um die Ausstellung von Gunter Sachs anzuschauen. Die Kunsthalle (ein ehemaliges Hallenbad) zeigt nicht nur Bilder von Gunter Sachs, sondern auch Bilder aus seiner privaten Kunstsammlung und darüberhinaus den Einfluss dieser, meist der surrealen oder popart Malerei zugehörigen Werke, auf die Fotografie von Gunter Sachs. Es gibt auch viele Bilder, die den legendären Prototypen des Playboys selbst zum Inhalt haben.

Was für ein Jetset Leben! Man könnte fast neidisch werden, wüsste man nicht, wie tragisch sein Leben zuende ging. 

Neben den beeindruckenden Werken von Gunter Sachs sind Bilder von Andreas Feininger, Will Mc Bride und Andy Warhol zu sehen. Es lohnt sich!

Sul Meno (am Main) heißt übrigens das Lokal, welches unser Lieblingsort werden könnte, wären wir Schweinfurter 😉 

5-Finger-Rapids

Heute starten wir um die Main schleife bei Volkach zu meistern, einer ebenso gefährlichen (trivialen) Passage wie die namensgebende auf dem Yukon. Der Schleusenwärter war bereit uns auf den Kanal zu nehmen, der die Schleife abkürzt, nachdem wir unsere Story erzählt haben. Diese Entscheidung liegt aber wohl im Ermessen des aktuell Diesthabenden und ist abhängig von den erwarteten Berufsschiffen, die natürlich Vorrang haben. 

Drückt uns die Daumen! 

Materialermüdung und Raumzeitkontinuum

Nun hat gerade mal die vierte Woche angefangen. Gefühlt sind wir erst eine Wochen untewegs, glauben aber, Biebrich, Kostheim und Flörsheim schon vor Monaten verlassen zu haben.

Der Alltag hat sich stark vereinfach, da wir uns nicht mehr bei den Schleusen anmelden müssen. Alle Sportbootsschleusen sind nun in Betrieb. Netter Nebeneffekt: Es geht auch noch schneller. Liegt wohl an der Schleuserin😎

Wir müssen auch keine Bootshäuser mehr anschreiben, da es nun wärmer ist und wir campen. Dafür braucht es keine Anmeldung (außer Ostern wo hier alles ausgebucht war). Vielen Dank an dieser Stelle an alle Vereine, die uns in den ersten Wochen, durch Beherbergung in ihren Bootshäusern gerettet haben! 

Wenn man so gut ausgestattet ist wie wir, muß man vor einer Reise fast kein Material neu kaufen. Das heißt aber auch, dass alles schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Ich finde es trotz allem nicht okay, dass unsere Kartentasche nach 15-20 Jahren schon kleinbei gibt. Schließlich ist das sowas wie unser Büro mit dem Flussverlauf, den Flusskilometern, Schleuseninfos und auch wichtigen Telefonnummern. Könnte allerdings sein, daß etwas Hektik beim Hantieren mit Schuld war 😉 

Die Neohose, die ebenfalls seit Anbeginn des Paddelns dabei ist, ist seit einer Mittagspause letzte Woche ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Direkt unter der Bastmatte steckte ein Nagel, mit der Spitze nach oben(!?) Zum Glück waren tiefer liegende Schichten nicht betroffen und (nur so) es war die Rückseite 😉 

 

Würzburg

Die Studentenstadt hatte es uns Stadtkindern sofort angetan. So kam es, dass wir uns statt 2 nun mit einem Zusatztag 3 Ruhetage gegönnt haben. Die Residenz ist bestimmt ein wirklich eindrucksvoller Kasten und der Dom ein Besuch wert, das wirklich Interessante in dieser quirligen Stadt findet man aber auf den Straßen und Plätzen. 

Die verwandte Fotografenseele aus dem Waschsalon ist sich mit uns einig, dass viel zu viel Kameratechnik besprochen wird, um anschließend 1/2 Stunde über nix anderes wie diese mit uns zu fachsimpeln. 

Zusammen mit der Ansichtskartenverkäuferin, die uns nur Briefmarken verkaufen darf, wenn sie diese eigenhändig auf die Postkarte klebt, entwicklen wir den business case für einen Ansichtskartenschreibservice. Nach dem Kauf der Karte, muss man nur noch die Adresse angeben, den Rest macht die nette Postkartenverkäuferin. Wieviel Themen bräuchte man dafür? Da viele hauptsächlich über das Wetter schreiben, wohl nicht viele… Im konkreten Fall hats aber nicht geklappt und so habe ich die Karten doch wieder selbst beschrieben. 

Wir haben mittlerweile ein Lieblingsfrühstückslokal, wissen, wo man Eis zieht und wo nicht und können Wartezeiten beim ÖPNV gekonnt bei einem Espresso überbrücken. Zeit weiterziehen!? Wie auch immer, morgen geht’s nach Ochsenfurth. 

Danke an unsere Gastgeber, den Gardasee Fahrern aus Würzburg!